Startseite

Neues Afrika-Projekt

RHADE Mit neuer Internet-Seite und einem neuen Flyer möchte der Ghanakreis am Samstag beim Adventsmarkt am Stand der Eine-Welt-Gruppe auf dem Kirchplatz von St. Urbanus (13-21 Uhr) auf ein neues Projekt aufmerksam machen.

Im Mittelpunkt: Der Bau einer Senior High School (vergleichbar mit einem Gymnasium) in Hamile. In dieser Grenzstadt zu Burkina Faso im armen Norden Ghanas ist die Partnergemeinde „Holy Family“ beheimatet, die Veronika und Wilfried Plemper sowie Konrad Neumann noch zu Beginn dieses Jahres besucht haben.
Dort erfuhren sie von dem Projekt des dortigen Regionalbischofs, der einen Schulneubau plant.

„Der Schulweg ist der Weg aus der Armut“, benennt Wilfried Plemper den Grund dafür, dass der Ghanakreis nun Spenden für dieses Projekt sammeln möchte.

Unterricht durch Ordensschwestern
Bereits jetzt werden in angemieteten Räumlichkeiten Jugendliche von drei indischen Ordensschwestern unterrichtet, wobei die Schüler zum Teil kilometerweite Schulwege zu Fuß zurücklegen müssen, oft mit knurrendem Magen die Schulbank drücken. Und die Familien zusätzlich noch die Uniform sowie Schulgeld zahlen müssen. Mit Geld, das sie oft nicht haben.

Mehr zu diesem Thema
Link:http://hamile.rhade.de 

In dem geplanten Neubau sollen deshalb nicht nur Klassenräume Platz finden, sondern auch eine Küche, ein Speisesaal, eine Bibliothek, sowie Schlafmöglichkeiten für Schüler mit extrem weiten Wegen. Auf eine Million Euro werden die Baukosten geschätzt, wobei Plemper zugibt, dass diese Kosten wohl etwas geringer ausfallen werden. Weil die allermeisten Arbeiten von der Dorfgemeinschaft in Eigenleistung ausgeführt werden.

Bilingualer Unterricht
Unterrichtet werden die Schülerinnen und Schüler in vielen Fächern bilingual. Denn rund um Ghana wird zumeist französisch gesprochen, während im Land selbst Englisch Amtssprache ist. Mit der Motivation der Schüler habe man in Hamile keine Probleme, sagt Konrad Neumann: „Die wollen lernen, auf Teufel komm‘ raus.“

Die Unterstützung dieses Projekts, so Neumann und Plemper sei wichtig, auch wenn Ghana das „Lieblingsland der Entwicklungspolitik europäischer Staaten“ sei. Denn die meisten Fördermittel würden im besser gestellten Süden des Landes verbraucht – der nicht so dicht besiedelte Norden profitiere davon nicht.

Plemper: „Die Armut ist überall zu greifen, bei den Gebäuden, der Bekleidung, in der Schulsituation.“ Der Staat sei unfähig, das Schulsystem aufrecht zu erhalten. Dabei sind 40 Prozent der Bevölkerung der 26 000-Einwohner-Stadt unter 15 Jahre alt. Plemper: „Es gleicht einem Lotterie-Spiel, ob man eine Schulbildung bekommt, oder nicht.“ 

Quelle: Dorstener Zeitung - 05.12.2009


Afrika-Synode

Papst Benedikt XVI.: "Afrika, spirituelle Lunge der Welt"
Afrika-Synode 2009 im Rom vom 4. bis 25. Oktober 2009

Mit einer feierlichen Eucharistiefeier im Petersdom zu Rom endete am 25. Oktober 2009 die zweite Afrikasynode, die dort am 4. Oktober begonnen hatte. Bei den Arbeitssitzungen hatten sich zunächst die Berichte der einzelnen Synodenväter wie ein vielfarbiges Mosaik zusammengefügt, als sie über die Probleme von Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung in ihren jeweiligen Ländern sprachen. Hin und wieder gab es dabei auch besonders wohltuende Lichtblicke, wenn ein Bischof von Erfolgen in seinem Land berichten konnte.
Die Sorge der Oberhirten ist nicht auf ihre Schäfchen begrenzt, sondern spricht deutlich das an, was alle Menschen Afrikas bedrückt: Machthunger korrupter Regierungen und Behörden, alltägliche Gewalt der Rebellen und Militärs, soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Ihre Frage: "Wie kann man diesen allgegenwärtigen Übeln beikommen? Was kann die Kirche selber tun?"

Bei der ersten Afrikasynode 1994 war es um die "Kirche in Afrika", um die "Kirche als Familie" gegangen. Eine Neuevangelisierung war damals beschlossen worden. Papst Benedikt erinnerte bei der Eröffnung am 4. Oktober daran. Die katholische Kirche Afrikas hat in den vergangenen 30 Jahren ihre Mitgliederzahl fast verdreifacht auf 150 Millionen Gläubige. Jetzt ist es Zeit, nicht mehr nur nach innen in die eigene Kirche zu schauen, sondern das ganze Afrika und seine Stellung in der Welt in den Blick zu nehmen. Dabei schreckten die Synodenväter auch vor kirchlich kontroversen Themen nicht zurück. Einige Kernpunkte des Schlussdokumentes waren die Forderung nach Religionsfreiheit für afrikanische Christen in Ländern mit muslimischer Mehrheit, eine bessere Ausbildung von Laien für die Sache von Gerechtigkeit und Frieden, Schluss mit korrupter Politik und für mehr Teilhabe der Frauen auf allen Ebenen der Kirche. Das Dokument wendet sich nicht nur an die Gläubigen in Afrika sondern an Christen in aller Welt, spricht auch allen Dank aus, die sich materiell und spirituell für Afrika einsetzen. "Afrika steh auf", ruft die Synode jenen Ländern zu, in denen Gewalt herrscht. Religion sei eine Kraft des Guten für Frieden und Versöhnung, es sei Zeit, "Gewohnheiten zu ändern aus Liebe zu den Generationen von heute und morgen". hbs

Quelle: Afrikamissionare - Weisse Väter http://www.afrikamissionare.de/intern/090904Afrika-Synode.htm